Wie können Sinn stiftende und Resilienz fördernde Angebote oder Aktivitäten in der Natur für und mit Flüchtlingen gestaltet werden? Was sind die Bedürfnisse und Interessen dieser Zielgruppe? Welche Rolle spielt die Natur in anderen Kulturen? Und was davon nehmen Menschen auf der Flucht mit? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden der diesjährigen Erfa-Tagung von SILVIVA in Zollikofen.
Die Frage nach den Bedürfnissen von Flüchtlingen in der Schweiz lassen sich nicht ein einem Referat erzählen. Zu divers die Hintergründe, die persönlichen Geschichten und Interessen. Um jedoch eine Vorstellung davon zu erhalten, erzählt Gasim Nasirov von der Schweizer Flüchtlingshilfe eine Löwengeschichte. Es ist die Geschichte einer Löwenfamilie. Eine Familiengeschichte wie sie wahrscheinlich einige der Anwesenden kennen, denn an der Tagung dabei sind auch 16 junge Männer, die als Minderjährige ohne Begleitung in die Schweiz gekommen sind.
Die Geschichte der Löwenfamilie regt zum Denken an. Auch oder vor allem über sich selber. Und genau dies sei wichtig in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Flüchtlingshintergrund, legt Nasirov nahe. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, die Menschen sollen die «Hände offen» lassen, einen Schritt nach vorne machen, so seien alle Menschen erreichbar und auch integrierbar.
An der anschliessenden Podiumsdiskussion erfahren die Teilnehmenden auch, was es bedeutet, an einem neuen Ort anzukommen, die Ungewissheit, sich an einem Ort niederzulassen zu dürfen, das Warten auf einen Entscheid. All dies Faktoren, die es schwierig machen, zu geniessen, sich wohl zu fühlen, die Schönheit der Natur zu sehen und zu erfahren. Entscheidend, da sind sich die Podiumsgäste einig, ist das Gefühl der Sicherheit, sich zuhause fühlen zu können. Dies sei eine wichtige Voraussetzung, um sich auf eine mögliche neue oder zusätzliche Heimat einlassen zu können. Und dann vielleicht auch den Wald als einen Ort der Ruhe zu erleben und weniger als Gefahr.
Um diese Einblicke und Eindrücke reicher, wurde in den anschliessenden Workshops intensiv diskutiert, ausgetauscht, Ideen gesammelt. Dies zusammen mit den jungen Männern und Institutionen, die bereits Angebote für und mit Flüchtlingen anbieten.
Wir danken SILVIVA für diese inspirierende Tagung und sind gespannt, auf weitere Projekte in und mit der Natur, für und mit Flüchtlingen.
WWF Ost: Natureinsaätze mit Asylsuchenden
Verein Netzwerk Asyl Aargau: Integration von Flüchtlingen mit Landart
Becoming Neighbours: Nachbarsgemeinschaft
Pfasyl Luzern: Verasntaltung Anlässe für Kinder und Jugendliche im Asylwesen
Rucksackschule: NUB für Menschen mit einem Asylstatus
Association Liane: Le Refuge
Nature in Action: Nature en jeu