Langanhaltende Trockenheit und Umgang mit Risiken im Wald

Die anhaltende Trockenheit in diesem Sommer stellt auch Anbietende von natur- und erlebnispädagogischen Angeboten im Wald vor Herausforderungen.

Die anhaltende Trockenheit in diesem Sommer stellt auch Anbietende von natur- und erlebnispädagogischen Angeboten im Wald vor Herausforderungen. Einerseits, weil waldtypische Risiken aufgrund der Trockenheit höher eingeschätzt werden und andererseits stellen auch Auftraggebende, Eltern und Mitarbeitende Fragen zur Sicherheit im Wald.

Langanhaltende Hitze und Trockenheit sorgen für Trockenstress bei den Bäumen, besonders Laubbäume sind davon betroffen. Dies kann dazu führen, dass Äste oder Kronen auch ohne Windeinfluss abbrechen. Die Abschätzung dieser Risiken ist schwierig und benötigt entsprechendes Fachwissen. Den Wald, als wertvollen Lernraum deshalb ganz zu meiden, wird weder vom Forst noch von Waldbesitzenden gefordert. Die Umsetzung von Bildungsangeboten im Wald ist also mit der notwenigen Wachsamkeit und Sorgfalt möglich.

Risiken gemeinsam minimieren

Gestützt auf Gespräche mit anderen Verbänden, erachtet es ERBINAT deshalb nicht grundsätzlich für notwendig, auf Aktivitäten im Wald zu verzichten. Gleichzeitig empfiehlt der gesamtschweizerische Verband ERBINAT aktuell die genutzten Lernorte im Wald vorgängig (nochmals) zu begutachten und zusammen mit dem Forst (oder Waldbesitzenden) mögliche Risiken abzuschätzen und ggf. entsprechende Massnahmen umzusetzen.

Vereinbarung mit dem Forst/Waldbesitzenden

Zentral ist aus Sicht von ERBINAT und Verbänden wie zum Beispiel Wald Schweiz, dass Bildungsakteur*innen und Waldbesitzende (oder Forst) eine Vereinbarung aufsetzen (eine Mustervorlage steht den ERBINAT-Mitgliedern zur Verfügung). Ziel dieser Vereinbarung ist es, dass die Nutzung und die Rollen der beteiligten Personen und Organisationen klar geregelt sind. Dazu gehört auch eine regelmässige Begehung vor Ort. Diese Begehung (oft eine Sichtkontrolle von unten) soll protokolliert werden. Damit haben Bildungsanbietende und Waldbesitzende, im Vorfeld ihr möglichstes gemacht, um Risiken in einem Naturraum zu minimieren bzw. machen sie sichtbar und geben Mitarbeitenden, Teilnehmenden und Auftraggebenden Sicherheit. Der Besuch des Waldes bleibt aber immer in der Eigenverantwortung der Bildungsanbietenden bzw. deren Teilnehmenden. Während eines Anlasses benötigt es zusätzlich Verhaltensregeln und eine Information an die Gruppe.

Empfehlungen von ERBINAT für Anbietende von bildungs- und erlebnisorientierten Angeboten im Wald

  • Regelmässige Begehung mit forstlichem Fachpersonal, um mögliche Risiken zu minimieren bzw. zu beseitigen (zeitnah).
  • Schulung des Teams in der Wahrnehmung von Risiken im Wald und deren Minimierung.
  • Proaktive Kommunikation mit Auftraggebenden, Teilnehmenden/Eltern über umgesetzte Massnahmen zur Minimierung möglicher Risiken.
  • Klärung von Haftungsfragen und Sicherstellung, dass alle Tätigkeiten der Organisation durch eine Versicherung abgedeckt sind.
  • Erstellen einer Vereinbarung zw. den Bildungsanbietenden und Waldbesitzenden bzw. dem Forst (siehe Mustervereinbarung im Mitgliederbereich).
  • Ausgebildete Fachpersonen (Wald-, Natur-, Erlebnispädagog*innen) einsetzen.

An dieser Stelle möchte ERBINAT festhalten, dass im Wald mit waldtypischen Risiken zu rechnen ist, dass alle Akteur*innen in der Pflicht stehen diese Risiken mit geeigneten Massnahmen zu minimieren (Eigenverantwortung) und dass die genannten Empfehlungen auch unabhängig eines solchen Sommers Anwendung finden sollen.

Die empfohlenen Massnahmen von ERBINAT sollen dazu beitragen, dass der Lernort Natur, mit seinem grossen Potential, auch in Zukunft genutzt werden kann und die Risiken für Mitarbeitende und Teilnehmende minimiert werden.

 

Den ERBINAT-Mitgliedern steht eine kurze Checkliste zu diesem Thema zur Verfügung, welche auf der Mitgliederplattform zu finden ist und in Zusammenarbeit mit der Rucksackschule Zürich und weiteren Partnern und Expert*innen entstanden ist.